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So finden Sie gutes Personal

Wer gute Mitarbeiter sucht, muss etwas dafür tun. Was genau, erklärte Alexander Ravati, dessen Seminare pro Jahr mehr als 1000 junge Pharmazeuten besuchen. Beim PZ-Management-Kongress in Palma de Mallorca empfahl Ravati, offensiv für die eigene Apotheke, deren Profil und das Team zu werben. Dazu solle man viel Mühe und auch etwas Geld investieren. Neben einer aussagekräftigen Anzeige gehöre dazu eine gut gestaltete Apotheken-Homepage.

 

Eine der besten Möglichkeiten, sich einen Ruf als guter Arbeitgeber zu erarbeiten, sei, selbst und gut strukturiert auszubilden. Junge Uni-Absolventen suchten sich zunehmend Praktikumsplätze in Akademischen Ausbildungsapotheken oder solchen, die von ehemaligen Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) gut bewertet wurden, erklärte Ravati.

 

So zeichnet beispielsweise der Bundesverband der Pharmaziestudierenden (BPhD) jährlich die besten Ausbildungsapotheken aus. »Es kostet natürlich Mühe, aber wenn Sie zwei oder drei PhiP gut ausbilden, bleibt einer bei Ihnen hängen«, war sich Ravati sicher. Er empfahl, sich dabei am Ausbildungsleitfaden der Bundesapothekerkammer zu orientieren.



In einer nicht repräsentativen Umfrage unter seinen Seminarteilnehmern kam heraus, dass potenzielle Bewerber vor allem Wert auf ein funktionierendes Team mit gutem Arbeitsklima legen. Viele Befragte finden regelmäßige Teamsitzungen und klare Zuständigkeiten wichtig. Ob und welche Schwerpunkte eine Apotheke hat, sei dagegen zweitrangig. Entscheidend für die Wahl des Arbeitgebers sind für die meisten auch flexible Arbeitszeiten und eine angemessene (übertarifliche) Bezahlung.

 

»Ich bin mir bewusst, dass bei den Personalkosten die Luft bei vielen Apotheken im Moment dünn ist«, so Ravati. Punkten könne man aber auch mit zusätzlichen, absetzbaren Leistungen wie einer betrieblichen Altersvorsorge, einem Diensthandy oder Dienstfahrrad oder gar -auto. Auch Fortbildungen und interessante Aufgaben wie Medikationsmanagement machen die eigene Apotheke als Arbeitgeber attraktiv.

 

Angesichts wachsender Zuwanderung bei gleichzeitiger Abwanderung deutscher Pharmazieabsolventen in die Schweiz und nach Österreich riet Ravati, sich auch das Potenzial der oft gut ausgebildeten Apotheker aus Flüchtlingsländern wie Syrien oder aus von Arbeitslosigkeit stark betroffenen Ländern wie Spanien zu erschließen. Auch hier müsse man vielleicht erst investieren, bekomme aber häufig hoch motivierte Mitarbeiter.

 

»Wir haben als Apotheker einen der besten Berufe der Welt«, warb Ravati. Diese Begeisterung für die Pharmazie müssten Apotheke, Inhaber und das Team rüberbringen, für etwas Positives und Besonderes stehen, dann kommen die Bewerbungen (fast) wie von selbst ins Haus, so der Referent.