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«Existenzgründung lohnt sich auch für die nachrückende Generation»

Von Cornelia Dölger und Daniel Rücker / Immer mehr Heilberufler wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Nach Angaben der Deutschen Apotheker- und Ärztebank gründen vor allem Apothekerinnen häufiger einen eigenen Betrieb als noch vor einigen Jahren. Da der Apothekenmarkt ein klassischer Übernahmemarkt ist, können junge Pharmazeuten oftmals auf bereits vorhandene Strukturen aufbauen – ein Vorteil, der sich rasch auszahle, meint die Apobank.

 

Im Vergleich zum Vorjahr sei das Volumen von Existenzgründungskrediten für Apotheker, Ärzte und Zahnärzte in diesem Jahr um fast ein Fünftel auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Bank Ende des vergangenen Jahres mit. Zusammen mit den von ihm vergebenen Modernisierungskrediten hat das Düsseldorfer Geldinstitut nach eigener Aussage bis Ende November 2017 Kredite im Umfang von 1,8 Milliarden Euro an Apotheker und Ärzte vergeben, die sich eine freiberufliche Existenz aufbauen oder den bereits bestehenden Betrieb zukunftsfähiger machen wollen.




Foto: Fotolia/Karin & Uwe Annas

Laut Apobank-Betriebsvorstand Olaf Klose will die Bank in den kommenden Jahren noch mehr Existenzgründungen ermöglichen. In diesem Jahr habe man mehr als 3000 Heilberufler auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. In den nächsten Jahren soll diese Zahl noch übertroffen werden. «Dass sich die Niederlassung in der eigenen Apotheke auch für die nachrückende Generation noch lohnt, belegen unsere internen Auswertungen», erklärt Daniel Zehmich, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Apobank.

 

«Danach erwirtschaften Existenzgründer nach dem ersten Jahr der Niederlassung bereits ein Betriebsergebnis, welches rund 80 Prozent des Gesamtdurchschnitts, also aller ausgewerteten Apotheken, entspricht», so Zehmich im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung. Hierbei spiele sicherlich eine Rolle, dass der pharmazeutische Nachwuchs primär vorhandene Apotheken übernehme und dadurch auf vorhandenen Strukturen aufbauen könne.

 

Für den Anstieg der Existenzgründungen sind laut Apobank vor allem die Frauen verantwortlich. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Apothekerinnen, die einen eigenen Betrieb gründen, deutlich gestiegen, wie aus einer Analyse des Düsseldorfer Kredithauses aus dem vergangenen August hervorgeht. 2016 waren demnach 58 Prozent der Apothekengründer Frauen, 2014 waren es nur 54 Prozent gewesen. Männer investieren hingegen mehr Geld als ihre weiblichen Kollegen: Bei der Übernahme einer Apotheke gaben sie im vergangenen Jahr durchschnittlich 628.000 Euro aus, Apothekerinnen nahmen hingegen 493.000 Euro in die Hand.

 

Der durchschnittliche Apothekengründer ist geschlechtsübergreifend 38 Jahre alt. Im Alter zwischen 30 und 39 Jahren eröffnen die meisten (54 Prozent) ihre Apotheke. Apothekerinnen sind allerdings auch im fortgeschrittenen Alter noch recht investitionsfreudig: 15 Prozent der Existenzgründerinnen sind 50 Jahre oder älter. In diese Altersgruppe fallen hingegen lediglich 2 Prozent der männlichen Gründer.