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PJ in der Apotheke: Der rote Faden

Ist das Pharmaziestudium erst einmal geschafft, geht es für die meisten Absolventen im ­Anschluss zur praktischen Ausbildung in die Apotheke. Doch ­worauf sollte bei der Ausbildung der Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) geachtet werden? Wie kann die Ausbildung im PJ zeitlich und inhaltlich sinnvoll strukturiert werden, um alle wichtigen ­Themen für die Prüfung zu behandeln? Wie werden die PhiP erfolgreich auf ihre künftigen Aufgaben als Apotheker vorbereitet?

 

Die frisch aus der Universität entlassenen PhiP sind noch keine »fertigen« Apotheker. Im geschützten Rahmen der praktischen Ausbildung werden die im Studium vermittelten pharmazeutischen Kenntnisse sowohl vertieft und erweitert als auch praktisch in der Apotheke angewendet. Dabei ist die Ausbildungszeit in der Apotheke vergleichsweise knapp bemessen. Nach einem halben Jahr in der öffentlichen Apotheke entscheiden sich nicht wenige PhiP dafür, in den verbleibenden sechs Monaten auch die Aufgaben in anderen pharmazeutischen Tätigkeitsbereichen kennenzulernen, etwa im Krankenhaus oder in der pharmazeutischen Industrie.

 

Umso wichtiger ist es für ausbildende Apotheker und PhiP, die Zeit in der Apotheke effektiv zu nutzen. Nicht selten ist diese Phase ausschlaggebend dafür, ob die angehenden Apotheker auch in ihrem weiteren Berufsleben in der öffentlichen Apotheke arbeiten möchten.

 

Um den roten Faden während der Ausbildungszeit in der Apotheke nicht zu verlieren, hat die Bundesapothekerkammer gemeinsam mit Vertretern der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) und des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD) den »Leitfaden für die praktische Ausbildung von Pharmazeuten im Praktikum in der Apotheke« entwickelt. Zwar macht die Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) Vorgaben für die Inhalte der praktischen Ausbildung der PhiP, diese sind jedoch vergleichsweise allgemein gehalten. An dieser Stelle knüpft der Leitfaden der Bundesapothekerkammer an. Er bietet mit dem Musterausbildungsplan und den insgesamt 27 Arbeitsbögen konkrete Vorschläge, wie die Vorgaben der AAppO und damit auch die Ausbildung in der Apotheke mit Leben gefüllt werden kann.

 

Der Leitfaden richtet sich gleichermaßen an die ausbildenden Apotheker und an die PhiP, bietet er doch für beide eine Orientierung zum Aufbau der Ausbildung in der öffentlichen Apotheke. Größtenteils ist er auch auf die Ausbildung der PhiP in Krankenhausapotheken übertragbar. Der Leitfaden ist dreiteilig aufgebaut und besteht aus

 

  • dem Musterausbildungsplan

  • den Arbeitsbögen und

  • den Evaluationsbögen.

 

Musterausbildungsplan

 

Der Musterausbildungsplan ist eine Empfehlung für die zeitliche und inhaltliche Strukturierung der praktischen Ausbildung der PhiP in der Apotheke. Er ist auf sechs Monate ausgelegt, kann aber problemlos auch auf zwölf Monate erweitert werden. Die Ausbildungsinhalte, die während des PJ in der Apotheke vermittelt werden, sind in die Themenbereiche »Warenwirtschaft/Apothekenbetrieb«, »Prüfung und Herstellung« sowie »Information und Beratung« geordnet. Sie bauen aufeinander auf und sind kompetenzorientiert formuliert, das heißt es wird beschrieben, welche pharmazeutischen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt erlangt werden sollen. Zudem sind regelmäßig Feedback-Gespräche mit dem ausbildenden Apotheker vorgesehen. Dabei sollen auch die Entwicklung im Praktikum sowie der weitere Verlauf der Ausbildung besprochen werden.

 

Im Musterausbildungsplan werden die Ansprechpartner des PhiP für die jeweiligen Ausbildungsbereiche sowie die zu einem bestimmten Zeitpunkt behandelten Themen vermerkt. Es wird jeweils auf die Arbeitsbögen verwiesen, deren Bearbeitung zum entsprechenden Stand der Ausbildung sinnvoll ist. Am Ende eines Ausbildungsmonats wird der Inhalt des mindestens monatlich durchzuführenden Fachgesprächs zwischen Apotheker und PhiP im Musterausbildungsplan stichwortartig festgehalten.

 

Arbeitsbögen

 

Ergänzt wird der Musterausbildungsplan durch die Arbeitsbögen zu insgesamt 27 verschiedenen praxis- und prüfungsrelevanten Themen in der Apotheke. Die Arbeitsbögen beruhen – soweit vorhanden – auf den Leitlinien, Arbeitshilfen und Leitfäden der Bundesapothekerkammer beziehungsweise der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Sie werden regelmäßig aktualisiert und auf der ABDA-Website veröffentlicht. Die Bearbeitung der einzelnen Themen soll anhand praktischer Beispiele eigenständig während der Arbeitszeit in der Apotheke erfolgen.

 

Empfehlungen über die zu bearbeitenden Arbeitsbögen werden in Abhängigkeit des Ausbildungsmonats im Musterausbildungsplan aufgeführt, können jedoch an die Situation in der Ausbildungsapotheke und an die individuellen Bedürfnisse des PhiP angepasst werden. Je nach Fragestellung ist nicht immer die vollständige Bearbeitung der Arbeitsbögen notwendig. Sie können zudem mehrfach mit verschiedenen Beispielen oder unterschiedlichen Fragestellungen ausgefüllt werden. Ausbildende Apotheker und PhiP sollen die ausgefüllten Arbeitsbögen zeitnah gemeinsam auswerten.

 

Evaluationsbögen

 

Am Ende der Ausbildung haben sowohl ausbildende Apotheker als auch PhiP die Möglichkeit, über die Evaluation Feedback zu geben. Dieses fließt unter anderem in die stetige Aktualisierung und Verbesserung des Leitfadens ein. Die Rückmeldungen werden an die zuständige Apothekerkammer erbeten.

 

Weitere Informationen sind über die Homepage der ABDA beziehungsweise bei den Apothekerkammern erhältlich. Unter https://www.abda.de/themen/apotheke/berufe/apotheker/ausbildung/  steht der Leitfaden als Gesamtdokument zur Verfügung. Es können aber auch die separaten Abschnitte, etwa die einzelnen Arbeitsbögen, heruntergeladen werden. /